
Seit Menschengedenken lebten unsere Vorfahren in unmittelbarem Bezug zur Natur und der Erde und waren dadurch eingebunden in den Gesamtzusammenhang des Universums und des Lebendigen überhaupt. Krankheit und Naturkatastrophen wurden als Ausdruck einer Störung des persönlichen Gleichgewichts und der Beziehung zu den Göttern und Geistern verstanden. Immer gab es Menschen, die besondere Begabung und Wissen hatten, diesen Störungen nachzuspüren und Mittel aufzuzeigen, die Balance wieder herzustellen. Das enorme und Menschen gegebene Potential von „Minde“ und „Spirit“ offenbarte sich in ihnen.
Schamanismus ist gelebte Spiritualität. Sie hat ihren Ursprung
im Kern unseres Wesens, wo Seele, Herz und Natur eins sind. Hier sind wir reine
Lebenskraft und Weisheit des grossen Ganzen. Hier leuchtet das Licht unsers
Schöpferwesens.
Die schamanische Intervention in Heilungsprozessen wendet sich immer an alle
Aspekte des Menschen: Körper, Emotion, Intellekt und spirituelles Selbst. Sie
unterscheidet sich dadurch grundsätzlich von der westlichen traditionellen
Medizin und Psychologie, die bei den Patienten meist nur die für krank
gehaltenen Teile behandelt.
Seit kurzem beginnen geistig offene Menschen in der westlichen Welt den schamanistischen Ansatz für sich zu entdecken und kommen damit bei psychologischen Problemlösungen und bei Behandlungen von Krankheiten zu erstaunlichen Ergebnissen für sich und andere. Dies ist oft verbunden mit tiefen Einsichten in das Bewusstsein unserer spirituellen Einheiten mit allen Lebewesen und Pflanzen, der Erde und dem Universum. Dabei werden andere Dimensionen von Realität sichtbar, die über die von uns Europäern gewöhnlich erlebte Wirklichkeit hinausgehen.
Schamanismus ist ein Weg, Schöpferkraft zu atmen, sie im Wort zum Klingen zu
bringen, im Körper zu fühlen und in der Berührung weiterzugeben, sie im Werk zu
gestalten und als Licht der Sonne in den Augen strahlen zu lassen.
Diesen Schamanismus können wir überall leben, zuhause, am Arbeitplatz, in der
Schule, unterwegs. Wirken im Sein.